75jähriges Jubiläum der FF Oberwetz

vom 18. bis 20. Mai 2007

 

Originalberichte aus der WNZ:

Die Feuerwehr Oberwetz feierte ihr 75jähriges Bestehen

 

Schöffengrund-Oberwetz (ho) 

Am 14. Dezember 1932, also vor 75 Jahren, wurde die Freiwillige Feuerwehr Oberwetz in der Gastwirtschaft Schmidt gegründet. Bei der Gründungsversammlung waren 22 Männer anwesend, aus den Kreisbrandmeister Vogel Wilhelm Arnold als Wehrführer, Heinrich Herold zu dessen Stellvertreter, Karl Desch zum Oberfeuerwehrmann sowie Karl Watz als Schriftführer und Kassierer ernannte. Weitere Gründungsmitglieder waren Heinrich Straßheim, Wilhelm Laudt, Karl Völk, Ernst Hellhund, Heinrich Ebert, Wilhelm Ebert II, Otto Olbrich, Wilhelm Lehr, Karl Schmidt, Heinrich Petry, Wilhelm Hartmann, Albert Köster, Heinrich Hellhund und Wilhelm Ebert I. Noch am gleichen Abend wurden über die "Nassauische Brandversicherung" Uniformen und Ausrüstungsgegenstände beschafft. Als monatlicher Mitgliedsbeitrag wurden 10 Reichspfennig festgelegt. Heute ist die Wehr gut ausgebildet und modern ausgerüstet, verfügt über drei Einsatzfahrzeuge und steht unter Führung von Markus Völk und Norbert Söhngen.

Nach der Akademischen Feier mit Ehrungen im März, wurde am vergangenen Festwochenende das Gründungsereignis gebührend gefeiert. Der Freitagabend stand ganz im Zeichen von "Just good Music", wobei "Open Doors", eine Coverband aus dem Wetzlarer Raum, mit Hits aus den 80er und 90er Jahren sowie einer ausgewogenen Mischung aus Oldies, Rock und Blues, für Furore sorgte. Für die Freunde von Oldtimerfahrzeugen ging es am Samstag hoch her. Nach der Rundfahrt durch den frühlingshaft erblühten Taunus, bei dem auch einige knifflige Aufgaben gelöst werden mussten, wurden sie dem sehr interessierten Publikum am Festplatz vorgestellt, wobei so mancher Zuschauer dabei ins Schwärmen kam.(Wir berichteten gestern von den Oldtimern). ( s.u.)
Am Abend sorgte dann die bekannte Wetzlarer Beatformation "Oldies" in einem Konzert, das gut besucht war,  mit starken Hits der 60er Jahre vor allem von Beatles, Rolling Stones, Byrds, Animals, Status Quo, Kinks, Spencer Davis Group, Canned Heat, Chuck Berry und The Who, für gute Unterhaltung, wobei vor allem die "reiferen Jahrgänge" auf ihre Kosten kamen. 
Sonntag Vormittag schlängelte sich bei hervorragendem Wetter ein schöner Festzug durch die Straßen von Oberwetz zum Festplatz, der von der Kutsche mit dem Schirmherrn Klaus-Dieter Müller und Bürgermeister Norbert Schmitt (SPD) angeführt wurde, gefolgt von der Jubiläumswehr. Dahinter marschierten 30 befreundete Feuerwehren aus dem heimischen Raum sowie die Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehren aus Schwalbach und Oberkleen. Abgerundet wurde der bunte Lindwurm durch die Dudelsack Band "Westerwald Pipers" und die Oberwetzer Ortsvereine, die ebenfalls der Jubiläumswehr ihre Reverenz erwiesen. Anschließend spielten die musikalischen Wegbegleiter im Festzelt auf und anschließend wurde unter den Klängen von "Hubbi´s Musik Express" noch lange fröhlich gefeiert.   

 

30 Oldtimer trafen sich in Oberwetz

 

Schöffengrund-Oberwetz (ho)

75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Oberwetz, war für die Wehr Anlass genug für Liebhaber alter chromblitzender Fahrzeuge auf dem Oberwetzer Festgelände eine große Oldtimerschau zu präsentieren. Auftakt war die Ausfahrt, an der sich 18 Fahrzeuge beteiligten. Auf einer 100 Kilometer langen Strecke durch den schönen Taunus,  mussten verschiedene Aufgaben gelöst werden.

Neben blank polierten Motorrädern und Pkws, waren auch Traktoren und Feuerwehrfahrzeuge zu sehen. Zahlreiche Aussteller kamen aus dem heimischen Raum, aus Hessen, aber auch aus anderen Bundesländern. Die weiteste Reise hatte ein Motorradfreund aus Siegburg, der Huckepack auf einem Pkw Anhänger ein „Taurus“ Motorrad mitgebracht hatte, was hierzulande eine Besonderheit ist, es hat nämlich einen Dieselmotor.

Die „Taurus“ ,325 ccm Motor und 6,3 PS Leistung, wurde zwar erst 2001 in Indien gebaut, zählt aber trotzdem zu den Oldtimern. Nach dem 2. Weltkrieg bis Anfangs der 60er Jahre wurde diese Maschine unter dem legendären Namen „Royal Enfield“ in England mit Dieselmotor sowie der Schaltung rechts und Bremse links, gefertigt. Danach komplett in Indien und bis heute noch im alten Look der 50er Jahre. Die Taurus ist für die Inder ein universelles Gebrauchsfahrzeug und kein Prestigeobjekt, mit der sogar Pumpen für die Bewässerung der Felder angetrieben werden können. An weiteren Motorrädern konnten unter anderen Horex, Zündapp, Herkules, Maico und BMW bestaunt werden.

Neben Unimog Zugmaschinen, Traktoren der Marken Deutz, Hanomag und Allgeier waren auch 2 Feuerwehroldies nach Oberwetz gekommen. Ein 40 Jahre altes Unimog Tanklöschfahrzeug aus Oberkleen mit Allradantrieb - aber ohne Servolenkung - und 800 Liter Tank für Schnellangriff, ferner ein Magirus Deutz Großtanklöschfahrzeug (GTLF 6) Baujahr 1976 der Wetzlarer Feuerwehr. Das Fahrzeug hat einen 200 PS starken Motor, wiegt 16 Tonnen und verfügt über einen Kanonenwerfer mit Schaumrohr und B-Strahlrohr. Die Tanks fassen 5.500 Liter Wasser sowie 500 Liter Schaummittel. Ursprünglich sollte eine Charge von 100 Fahrzeugen dieser Art in den 70er Jahren nach Korea geliefert werden, der Auftrag wurde storniert und das Land Hessen übernahm die Fahrzeuge günstig. Nach der Ausmusterung wurde das Fahrzeug vom Förderverein, der auch für das „Entenrennen“ verantwortlich ist, übernommen.

Eine große bunte Palette präsentierten natürlich die Pkws. Angefangen von dem knuddeligen Fiat Tupolino (Mäuschen) aus den 50er Jahren, den ein Sammler aus dem Westerwaldkreis mitgebracht hatte, dem kultigen Fiat 500 und einem poppigen Trabbi Cabrio, mehreren Volkswagen aus den 60ern, Audi Super 90 Baujahr `68 oder Audi 100 Coupe von 1974, Triumph TR 6, Fiat X 1/9, Mercedes über Volvo bis hin zu Opel Kadett und Opel Manta sowie den legendären Porsche Targa und Porsche 911.

Ein außergewöhnliches Fahrzeug war ein russischer GAZ 69 vom Baujahr 1961, der einen Seitengesteuerten Motor mit hängenden Ventilen, 2,4 Litern Hubraum und 75 PS Leitung hatte. Es hat eine schmale Fahrertür, drei breite Beifahrertüren und wurde von der NVA als Offiziersfahrzeug genutzt.

 Der älteste Pkw war ein Morris „Cowley“ Bullnose Baujahr 1926, mit Dreigang und Magnetzündung. Der schwarze Zweisitzer mit Faltverdeck, der auch Doktors Coupe´ genannt wurde, hat einen 4 Zylinder Motor mit 1600 ccm, leistet 26 PS und ist für 75 km/h Spitze gut. Als Besonderheit hat er im Kofferraum einen ausklappbaren Notsitz, den so genannten „Schwiegermuttersitz“.

 

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